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Vortrag
Sprache - Identität - Grenzen. 9. Internationale Doktorandentagung

Referent/in: Maximilian Kreter
19.05.2021 - 09:00 Uhr
Andrássy Universität Budapest, digital

Beschreibung der Veranstaltung

Maximilian Kreter hält am 19. Mai 2021 im Rahmen der 9. Internationalen Doktorandentagung des Doktoratskollegs für Mitteleuropäische Geschichte an der Andrássy Universität Budapest "Sprache, Identität und Grenzen" den Vortrag " 'Wir waren die Herrscher eines Reiches – Könige Europas' Europabilder im deutschen Rechtsrock von 1989 bis 2017"

Kurzzusammenfassung:

Während die Zustimmung zur EU und dem in ihr verwirklichten Wertekanon eines modernen, demokratischen und universalistischen Europas trotz multipler Krisenerfahrungen in Deutschland weiter hoch ist, haben seit einigen Jahren rechtsextreme Europabilder (wieder) Konjunktur. Diese Europabilder sind eine der maßgeblichen Konstanten im Denken der extremen Rechten und bewegen sich dabei zwischen einem „europäischen Befreiungsnationalismus“, einer „Nation Europa“, einem „Europa der Vaterländer“, einem „weißen Europa“, einem „Europa der (Ethno)Regionen“ und zuletzt wieder einem „christlichen Abendland“. So sehr sich diese Europabilder im Detail unterscheiden, so eint sie eine antimoderne, partikularistische und monistische Grundposition, die anhand ethnischer, kultureller oder historischer Identitäten homogene staatliche Entitäten konstituieren und gegeneinander abgrenzen sollen. In recht(sextrem)er Musik spiegeln sich diese Konzeptionen von Arno Pardun („Siehst du im Osten das Morgenrot“) über Frank Rennicke („Über Länder, Grenzen, Zonen“) bis hin zu Rechtsrockbands wie Division Germania („Könige Europas“) oder „Sleipnir“ („Bis ganz Europa fällt“) wider.Vor diesem Hintergrund werden die Europabilder im deutschen Rechtsrock von 1989 bis 2017 im Hinblick auf die Dominanz bestimmter Europabilder, und andererseits auf die Verschiedenartigkeit der Europabilder in den Texten dargestellt

Europa und der Stier, Fresko aus Pompeji/Flaggen vor dem Europaparlament in Straßburg

Wetman (Wikimedia)/Philipp Hertzog (Wikimedia)