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Webinar / Vortragsreihe
“Politics on our Minds?” Rechtsrock und seine Grauzonen 2/4

Referent: Maximilian Kreter
31/05/2022
Digital

Description of the event

„Oi! und Spaß, aber keine Politik“? Grenzgänge der „Unpolitischen“ zwischen Musik, Image und Politik

Im zweiten Teil der Reihe wird die Entwicklung der Grauzone entlang der beiden zentralen Säulen Bands, Konzerte und Handel mithilfe der im ersten Teil geschaffenen Kontrastfolie der Rechtsrockszene nachgezeichnet, das heißt: Wie ist die Szene entstanden, wie hat sie sich im Zeitverlauf zwischen einer vom linksgerichteten Punk und Oi!-Szene und der Rechtsrockszene positioniert und bewegt? Wie hat sich die Bedeutung des Begriffs der Grauzone mitsamt den vertretenen Inhalten verschoben. Insbesondere die Schnittmengen und Abgrenzung(sbemühung)en sollen hier pointiert dargestellt werden, sodass abschließend eine praxisorientierte Anleitung zur Identifizierung und Unterscheidung verschiedener Abstufungen der Grauzone mit an die Hand gegeben werden kann.

“Politics on our Minds?” Rechtsrock und seine Grauzonen

Die letzten zwei Corona-Jahre haben langjährige Gewissheiten und Kontinuitäten im Rechtsrock und seinen Grauzonen aufweichen lassen. So mussten Konzerte und Festivals – ein zentraler Baustein dieser Szenen – ausfallen und konnten durch Onlinekonzerte nicht ansatzweise ersetzt werden. Während sich die Akteure im Rechtsrock verstärkt auf die Produktion von neuen Studioveröffentlichungen konzentrierten und Labels verstärkt auf Neu- und Sonderauflagen bestimmter Tonträger und Merchandiseartikel setzten, bildeten sich in der Grauzone ganz neue, zuvor nur schwer vorstellbare Allianzen: Xavier Naidoo besingt mit dem Sänger der in der rechten Szene beliebten Hooligan-Band „Kategorie C“ die „Heimat“ und tritt mit der rechtsextremen Gruppierung „Steeler Jungs“ im Video „Deutschland krempelt die Ärmel hoch“ auf.

Rechtsrock, Ende der 1970er in Großbritannien entstanden und ab den frühen 1980ern auch in Deutschland im Eiltempo sich verbreitend, wurde spätestens mit den Anschlägen in Rostock und Hoyerwerda zu Beginn der 1990er Jahre die „Begleitmusik zu Mord und Totschlag“. Über rechtsextreme Netzwerke wie „Blood & Honour“, “Combat 18“ und „Hammerskins“ entwickelten sich zudem straffe organisatorische Strukturen. Wurde der Rechtsrock lange als sogenannte „Einstiegsdroge“ in den Rechtsextremismus für Jugendliche behandelt, bei denen sich diese Phase „schon wieder auswachse“, so ist er heute vielmehr der Kitt für ein transnationales Netzwerk. Hier werden beträchtliche finanzielle Einkünfte generiert und Ankerpunkte einer rechtsextremen Erlebniswelt von Anhängern und Aktivisten gebildet, deren Altersspektrum sehr weit gefasst ist und keineswegs nur Jugendliche und junge Erwachsene umfasst.

Die vierteilige Onlinewerkstatt soll in die Grundlagen und zentralen Entwicklungen des Rechtsrock und seiner Grauzonen einführen, den Inhalten der Texte auf den Grund gehen und nicht zuletzt auch Handlungsstrategien im Umgang aufzeigen.

Veranstaltet vom Projekt „Grauzone: historisch-politische Extremismusprävention im völkisch-nationalistischen Milieu“ der Jugendbildungsstätte Ludwigstein, unterstützt aus dem Landesprogramm „Hessen - aktiv für Demokratie und gegen Extremismus".

Die Teilnahme ist kostenlos. Für den Fortbildungsnachweis ist es wichtig, alle vier Termine wahrzunehmen. Die Einladung gern weiterreichen.

Jetzt formlos anmelden bei christian.loos@burgludwigstein.de

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Burg Ludwigstein