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Konferenz
Wissenschaftskonferenz 2021 des Zentrums für Analyse und Forschung des Bundesamtes für Verfassungsschutz: "Extremismus und Sozialisation"

Referent/in: Maximilian Kreter
17.09.2021 - 13:30 Uhr
Berlin

Beschreibung der Veranstaltung

Am 17. September 2021 referiert Maximilian Kreter bei der Wissenschaftskonferenz 2021 des Zentrums für Analyse und Forschung des Bundesamtes für Verfassungsschutz "Extremismus und Sozialisation" im Rahmen des Panels Wege in das 'Rabbit Hole'" zum Thema "(Extremistische) Musik und Radikalisierung – ein allgemeines, integrationsoffenes Modell".

Abstract: Musik und ihr Einfluss auf die Radikalisierung werden in den Medien, insbesondere nach Gewaltstraftaten von (vermeintlich) vollständig radikalisierten Extremisten sowie der Enttarnung von extremistischen oder terroristischen Gruppen und nach größeren politischen Kundgebungen thematisiert. Hierbei spielt im Islamismus/Jihadismus und Rechtsextremismus/Rechtsterrorismus als Medium – neben Onlinegames – die Musik eine herausragende Rolle als Faktor im Prozess der Radikalisierung. Nicht erst durch Fälle wie den NSU, Anders Breivik oder Arid Uka im Jahr 2011 wurde die motivationale Rolle der Musik für die Täter, sondern auch die kommunikative und finanzielle Rolle für das jeweilige Szene- und Bewegungsumfeld deutlich. Allerdings werden diese Einsichten und Erkenntnisse bisher wenig in der (Radikalisierungs-)Forschung berücksichtigt, insbesondere empirische Erkenntnisse liegen kaum vor (Kreter/Dick 2021; siehe aber u.a. Kruglanski et al. 2020). Hier setzt dieser Beitrag an: Es soll ein allgemeines, integrationsoffenes Modell vorgestellt werden, welches die Integration und systematische Berücksichtigung der Erkenntnisse zur Rolle der Musik im Prozess der Sozialisation (hier: Radikalisierung) ermöglicht, sodass viele verschiedene Verläufe eines Radikalisierungsprozesses jeweils als spezielle Fälle einer allgemeinen Theorie erfasst werden können. Das Modell besteht dabei aus drei Blöcken: 1. Einem allgemeinen Prozessmodell zur Einstellungs-Verhaltens-Relation (Ajzen/Icek 1977) als Mehr-Ebenen-Modell in Anlehnung an das Scheuch-Klingemann-Modell (Scheuch et al. 1967). 2. „Modelle von Radikalisierungsverläufen – Einflussfaktoren auf Mikro-, Meso- und Makroebene“ (Bögelein et al. 2017). 3. Funktionen der Musik für politische (Musik-) Szenen und Bewegungen (u.a. Corte/Edwards 2008). Dieses Modell dient dem Erkenntnisgewinn der vergleichenden Radikalisierungsforschung, sodass strukturelle sowie individuelle Gemeinsamkeiten und Unterschiede in den Radikalisierungsprozessen in Bezug auf die Rolle der Musik offenlegt werden könne.

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BfV/ZAF Wissenschaftskonferenz

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