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Onlinekolloquium
Tschernobylkinder. Die transnationale Geschichte einer nuklearen Katastrophe

Referent/in: Melanie Arndt
24.06.2021 - 16:30 Uhr
Online via Zoom

Beschreibung der Veranstaltung

Mehr als eine Million Kinder und Jugendliche wurden nach der Katastrophe von Tschernobyl zusammen mit tausenden von Begleitpersonen auf Reisen geschickt, um sich von der Strahlenexposition, zunehmend aber auch vom Alltag in der (post-)sowjetischen Zusammenbruchsgesellschaft zu erholen. Um diese »Tschernobylkinder« bildete sich ein dichtes transnationales Netzwerk von NGOs und Privatpersonen. Es übernahm immer mehr Aufgaben, die der Staat nicht mehr leisten konnte. Das mit der Öffnung der Sowjetunion einsetzende weltweite Engagement trug dazu bei, den atomaren Unfall, der in weiten Teilen der Welt zunächst als »typisch sowjetisch« galt, als transnationale Katastrophe sicht- und wahrnehmbar zu machen, indem es die Realität der Katastrophe in den Alltag hunderttausender Menschen in Europa und Nordamerika holte. Arndt zeigt, wie die »Tschernobylkinder« zugleich zu Zeugen und Repräsentanten eines untergehenden politischen Systems und der Auflösung der bipolaren Weltordnung im Anthropozän wurden.

Das Kolloquium findet online via Zoom statt.


Für die Anmeldung wenden Sie sich bis zum 22. Juni bitte unter Angabe ihres vollständigen Namens an Sabine Klemm (Sekretariat: hait@msx.tu-dresden.de). Der Registrierungslink wird Ihnen separat einige Tage vor Beginn der Veranstaltung zugesandt.


Diese Maßnahme wird mitfinanziert mit Steuermittel auf Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushaltes.

Ankündigungsbild Kolloquium