Buchvorstellung „Transformationen einer Polizei“ im Sächsischen Landtag
22.10.2025
Am 22. Oktober 2025 fand im Bürgerfoyer des Sächsischen Landtags eine gemeinsame Veranstaltung des Hannah-Arendt-Instituts für Totalitarismusforschung e. V. an der TU Dresden (HAIT), des Sächsischen Staatsministeriums des Innern (SMI) und der Polizei Sachsen statt. Im Mittelpunkt stand die Vorstellung des Sammelbandes „Transformationen einer Polizei. Das Landeskriminalamt Sachsen im 20. Jahrhundert“, der kürzlich als Sonderauflage der Sächsischen Landeszentrale für politische Bildung (SLpB) erschienen ist.
Der Band widmet sich der Geschichte der sächsischen Kriminalpolizei und ihres Landeskriminalamtes im Verlauf des 20. Jahrhunderts. In den einzelnen Beiträgen werden personelle und institutionelle Kontinuitäten sowie Brüche während der vier politischen Systemwechsel der Jahre 1918, 1933, 1945 und 1989/90 und ihre Auswirkungen auf die Entwicklung der Institution untersucht.
Nach Grußworten des Schirmherrn der Veranstaltung, dem Präsidenten des Sächsischen Landtags, Alexander Dierks, und der Präsidentin des Landeskriminalamtes Sachsen, Sonja Penzel, erläuterte einer der Herausgeber, Dr. Carsten Schreiber, in einem Interview die Entstehungsgeschichte und Zielsetzung des Bandes. Anschließend diskutierten unter dem Titel „Entwicklung der Demokratiearbeit in der Polizei“ Prof. Dr. Tom Thieme (Hochschule der Sächsischen Polizei Rothenburg; Mitherausgeber), Prof. Dr. Mike Schmeitzner (HAIT; Mitherausgeber) und Dr. Dirk Götting (Polizeiakademie Niedersachsen) über historische und gegenwartsbezogene Fragen im Kontext der Veröffentlichung:
Im Zentrum der Diskussion standen das Selbstverständnis der Polizei im historischen Wandel – von der Weimarer Republik über NS-Diktatur und DDR bis zur demokratischen Gegenwart –, strukturelle und mentale Kontinuitäten sowie die Veränderung der Aufgaben und Prioritäten der Kriminalpolizei: von politischer Kontrolle hin zu rechtsstaatlicher Kriminalitätsbekämpfung. Zudem wurde die Bedeutung historischer Forschung für die gegenwärtige Polizeikultur hervorgehoben. Der Band könne, so die Teilnehmenden, als Grundlage für Ausbildung und Fortbildung innerhalb der Polizei dienen und damit einen Beitrag zur Förderung demokratischer Kultur in hierarchisch geprägten Institutionen leisten.

Die Veranstaltung bot dem interessierten Publikum einen fundierten Einblick in die historische Entwicklung der sächsischen Polizei und zeigte, wie wissenschaftliche Analyse und institutionelle Praxis gemeinsam zu einer reflektierten, demokratischen Polizeikultur beitragen können.
