NEUERSCHEINUNG
What’s left? Utopieverlust und Neoliberalismus in Deutschland und Europa nach 1989
Agnes Anna Arndt
Wallstein Verlag Göttingen, 2025
Agnes Arndt, What’s left? Utopieverlust und Neoliberalismus in Deutschland und Europa nach 1989, in: Felix Dümcke/ Flemming Falz/ Tim Schanetzky (Hrsg.), Krise der Kritik? Gegner des Kapitalismus im neoliberalen Zeitalter, Beiträge zur Geschichte des 20. Jahrhunderts, hsrg. v. Norbert Frei, Band 32, Wallstein: Göttingen 2025, S. 261-274.
Anstatt die vermeintliche „Erfolgsgeschichte“ des Neoliberalismus nachzuzeichnen, kehrt dieser Band die Perspektive um: Er beleuchtet die potenziellen Gegner dieser Ideenwelt und untersucht den Wandel der Kapitalismuskritik. Im Zentrum steht die Frage, wie sich deren Stoßrichtung und Fokus angesichts des neoliberalen Aufstiegs gewandelt haben.
Dabei wird insbesondere die „Krise der Kritik“ in den 1980er und 1990er Jahren in den Blick genommen. Auffällig ist der leise Rückzug von den universellen Fragen nach Struktur, Macht und Verteilung, die zunehmend in den Hintergrund traten. Parallel dazu gewannen durch den Aufstieg der Neuen Sozialen Bewegungen Themen wie Identität, Umwelt- und Verbraucherschutz an Bedeutung. Während sich viele im Westen nach den politischen Umbrüchen von 1989/90 als Sieger im Systemwettstreit sahen, befürchtete die Linke ein Zeitalter ohne Utopie.
Im Beitrag „What’s left? Utopieverlust und Neoliberalismus in Deutschland und Europa nach 1989“ fragt Agnes Arndt in einem doppelten Sinne nach dieser Verlusterfahrung: Was bleibt von der „linken Idee“ und was ist „die Linke“ nach 1989? Ausgehend von Debatten in der Bundesrepublik Deutschland und in Großbritannien zeigt Arndt transnational verflochtene Vordenker und Vorläufer der Diskussion und erläutert die Abkehr von den fundamentalen Machtfragen des Kapitalismus.
