Die Sowjetische Besatzungszone (SBZ) 1945 bis 1949, Entwicklungslinien und Forschungskontroversen

Lektürekurs

Prof. Dr. Mike Schmeitzner

TU Dresden/HAIT, Tillich-Bau, Raum 110 / digital

Donnerstag, 3. Doppelstunde (11.10-12.40 Uhr)

1945 wurde Deutschland in vier Besatzungszonen geteilt. In der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ) kontrollierte die Sowjetische Militäradministration in Deutschland (SMAD) Gesellschaft, Parteien und Verwaltungen. In der 1949 gegründeten DDR spielte von Beginn an die SED die maßgebliche Rolle. Doch nach wie vor wird in der Forschung kontrovers diskutiert, wie langfristig und ideologisch geprägt die sowjetische Besatzungspolitik gewesen war. Hatte es an eine Art „Masterplan“ für die „Sowjetisierung“ dieser Zone gegeben? Agierte Moskau vielleicht sogar zu Anfang mehrgleisig, um eigene Interessen in ganz Deutschland zu wahren? Welche Rolle spielten wirtschaftliche und geopolitische Erwägungen einschließlich der Reparationen und Demontagen, und welche Rolle die Entnazifizierung und die Prämisse von der „Sicherheit vor Deutschland“? Wie zwangsläufig war die Gründung der DDR? Und mit welchen Begriffen können die Prozesse beschrieben werden – mit „Sowjetisierung“, „Stalinisierung“, „Diktaturdurchsetzung“ oder „antifaschistisch-demokratische Umwälzung“?

Der Band „Von Stalingrad zur SBZ. Sachsen 1944 bis 1949“, herausgegeben von Mike Schmeitzner, Clemens Vollnhals und Francesca Weil, wird (als Sonderausgabe der Sächsischen Landeszentrale für politische Bildung) für alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Lehrveranstaltung bereit gestellt.

  • Einführende Literatur:
    P. Erler/H. Laude/M. Wilke (Hg.): „Nach Hitler kommen wir“ – Dokumente zur Programmatik der Moskauer KPD-Führung 1944/45 für Nachkriegsdeutschland, Berlin 1994;
  • J. Foitzik, Sowjetische Interessenpolitik in Deutschland 1944-1954. Dokumente, München 2012;
  • B. Greiner, Verdrängter Terror. Geschichte und Wahrnehmung sowjetischer Speziallager in Deutschland, Bonn 2010;
  • D. Hofmann, Nachkriegszeit. Deutschland 1945-1949, Darmstadt 2011;
  • W. Loth, Stalins ungeliebtes Kind. Warum Moskau die DDR nicht wollte, München 1996; U. Mählert, Kleine Geschichte der DDR, München 2010 (7. Aufl.);
  • M. Schmeitzner/C. Vollnhals/F. Weil (Hg.), Von Stalingrad zur SBZ. Sachsen 1944 bis 1949, Göttingen 2016;
  • A. Weigelt/K.-D. Müller/T. Schaarschmidt/M. Schmeitzner (Hg.), Todesurteile sowjetischer Militärtribunale gegen Deutsche (1944-1947). Eine historisch-biographische Studie, Göttingen 2015.

Verwendung:
PHF-SEMS-Hist-VE, PHF-SEGY-Hist-VM, PHF-SEBS-Hist-VM, PhF-Hist-MA-EM, PhF-Hist-MA-SM1, PhF-Hist-MA-SM2, PhF-MA-FMEW, PhF-Hist-MA-FMSW


further events of the 2021 - Summer semester

Demokratische Verfassungsstaaten

Prof. Dr. Uwe Backes Seminar an der TU Dresden/HAIT - Im digitalen Format

‚Fake News‘ und ‚Alternative Facts‘ – ideengeschichtliche und alltägliche Reflexionen von ‚Wahrheit‘

PD Dr. habil. Isabelle-Christine Panreck Seminar an der TU Dresden/HAIT - im digitalen Format

Film und Kino im langen 20. Jahrhundert

Prof. Dr. Thomas Lindenberger Vorlesung an der TU Dresden/HAIT - Im digitalen Format