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Die politische Rechte in Europa seit 1979

Proseminar

Dr. André Postert

TU Desden

Donnerstag, 3. DS (11.10-12.40 Uhr)

Im Juni 1979 wählten die Bürgerinnen und Bürger der Europäischen Gemeinschaft zum ersten Mal Abgeordnete in das Europäische Parlament in Straßburg. Deutlich fiel in fast allen Ländern der Erfolg proeuropäischer Parteien aus. Doch mit der Movimento Sociale Italiano zog im gleichen Zuge eine Partei in Straßburg ein, die sich seit Jahrzehnten dezidiert in die Tradition des italienischen Faschismus stellte. 1985 folgte der Einzug des rechtsradikalen Front National aus Frankreich, 1989 feierten die Republikaner aus Deutschland und der separatistische Vlaams Blok aus Belgien Wahlerfolge. Die Sorgen über den Aufstieg rechter Parteien und die Stabilität der Union sind seitdem stetig gewachsen. Die Wahl 2014 galt vielen Beobachtern als ein rechtspopulistisches „Erdbeben“, manche sprachen von einem nie dagewesenen Erfolg für europaskeptische Parteien. Das britische Ausstiegsreferendum erschütterte die Union bekanntlich zwei Jahre später. Und die 2019 gegründete Rechtsaußenfraktion „Identität und Demokratie“ ist mit ihren 76 Sitzen heute größer als alle historischen Vorgängerinnen.

Das Proseminar wendet sich der Geschichte rechtsradikaler und rechtspopulistischer Parteien und ihrer Allianzen auf europäischer Ebene zu. Wir untersuchen Protagonisten, Diskurse und Konflikte um die politische Rechte, widmen uns der wissenschaftlichen Terminologie und wollen die Frage beantworten, ob und wie sich das rechte Lager seit 1979 in zeithistorischer Perspektive verändert hat.

Einführende Literatur
A. Mammone/E. Godin/B. Jenkins, Varities of Right-wing Extremism in Europe, London/New York 2013; D. McDonnell/A. Werner, International Populism: The Radical Right in the European Parliament, London 2019; D. Prowe, „Classic“ Fascism and the New Radical Right in Western Europe: Comparisons and Contrasts. In: Contemporary European History, 3/3 (1994), S. 289–313; E. Traverso, The New Faces of Fascism. Populism and the Far Right, London 2019


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