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Der Austrofaschismus. Geschichte einer beinahe vergessenen Diktatur

Proseminar

Dr. André Postert

TU Dresden/HAIT/Seminarraum 110

Zuerst donnerstags, 2. DS (9.20–10.50 Uhr) im Oktober und November, dann am 17.1.2020 als Blockveranstaltung

Als die Wehrmacht am 12. März 1938 in Österreich einmarschierte und Hitler in Wien drei Tage später den „Anschluss“ seiner Heimat an das Deutsche Reich verkündete, räumten die Nationalsozialisten dort keinen demokratischen Staat beiseite. Seit dem Frühjahr 1933 herrschte in Österreich ebenfalls ein diktatorisches Regime; zuerst unter Bundeskanzler Engelbert Dollfuß, der von österreichischen Nationalsozialisten 1934 ermordet wurde, und bis zum „Anschluss“ 1938 unter Kurt Schuschnigg. Diese Diktatur bezeichnete sich selbst als „Ständestaat“, heute werden Begriffe wie Austro- oder Klerikalfaschismus zur Kennzeichnung verwendet. Das Proseminar wird die Geschichte dieser – zumindest in Deutschland – beinahe vergessenen Diktatur in ihren Grundzügen nachzeichnen: den Sturz der republikanischen Ordnung 1933, die Genese des „Ständestaats“ und seine ideologischen Grundlagen, die Innen- und Außenpolitik sowie die Verortung, Deutung und Bedeutung der Diktatur in den geschichtspolitischen Debatten nach 1945. Im Proseminar wollen wir den österreichischen „Ständestaat“ als Beispiel nutzen, um der Frage nachzugehen: Was war und was heißt Faschismus?

Einführende Literatur

  • W. Goldinger/D. A. Binder, Geschichte der Republik Österreich 1918–1938, Wien 1992;
  • M. Scheuch, Der Weg zum Heldenplatz. Eine Geschichte der österreichischen Diktatur 1933–1938, Wien 2005;
  • G. Walterskirchen, Engelbert Dollfuß – Arbeitermörder oder Heldenkanzler, Wien 2004;
  • E. Tálos, Das austrofaschistische Herrschaftssystem. Österreich 1933–1938, 2. Aufl. Wien 2013;
  • K. Bauer, Hitlers zweiter Putsch: Dollfuß, die Nazis und der 25. Juli 1934, Wien/Salzburg 2014.

Verwendung

Hist GM 1, Hist AM 2, Hist ErgM 1, Hist Hum ErgM 1, Hist EM 1, Hist Erg EM 1


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