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Buchvorstellung „Umkämpftes Asyl"

Patrice G. Poutrus im Gespräch mit Klaus Neumann

Beide deutsche Staaten nahmen das Recht politisch Verfolgter auf Asyl 1949 in ihre Verfassungen auf, wendeten dies jedoch höchst unterschiedlich an.

Heute, 70 Jahre später, wird das Grundrecht auf Asyl noch immer infrage gestellt und sorgt oftmals für heftige Debatten. Doch was bedeutet das Grundrecht auf Asyl konkret? Und für wen und unter welchen Bedingungen gilt es?

Diesen und weiteren Fragen geht Patrice G. Poutrus in seinem jüngst erschienenen Buch »Umkämpftes Asyl« nach, welches er am 27. Juni 2019 in einem Gespräch mit Klaus Neumann (Migrationsforscher) in einer vom HAIT organisierten und im Stadtmuseum durchgeführten Veranstaltung vorgestellt hat.

In diesem Gespräch zeigte Patrice Poutrus anhand einer Vielzahl exemplarischer Beispiele und Fallzahlen die Entwicklung des Asylrechts in Deutschland von der Nachkriegszeit über die Grundgesetzänderung von 1993 bis in die Gegenwart auf. Er verdeutlichte dabei eindringlich die Konsequenzen, die sich aus dem sogenannten Asylkompromiss für das Anerkennungsverfahren, die Aufnahme von Geflüchteten und die europäische Migrationspolitik ergeben.

Poutrus hob hierbei unmissverständlich heraus, dass es in der Asylrechtdebatte stets um grundlegende Fragen der politisch-moralischen Orientierung einer Gesellschaft ginge. Die zentrale Frage hierbei sei, ob sich die Deutschen und Europäer für eine humanitäre Solidarität und menschenrechtliche Verantwortung entscheiden oder, ob sie zu einem Leben hinter Zäunen, Schlagbäumen und Mauern zurückkehren wollen?

Das Buch stellt letztlich ein Plädoyer für Menschlichkeit dar und führt einmal mehr vor Augen, wie wichtig es ist, die Fragen um das Recht auf Asyl neu zu verhandeln.

Dr. Patrice G. Poutros ist 1961 in Ost-Berlin geboren, promovierter Zeithistoriker und Migrationsforscher und hat zahlreiche Veröffentlichungen zur DDR-Geschichte und zur Migrationsgeschichte verfasst.

Buchcover

Ch. Links Verlag