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Neuer Direktor des HAIT

Wir freuen uns sehr, Prof. Dr. Jörg Ganzenmüller ab dem 1. Dezember 2025 als neuen Direktor des HAIT begrüßen zu dürfen. Zugleich tritt er die Professur für Totalitarismusforschung an der TU Dresden an und ist damit ordentliches Mitglied des Institutes für Geschichte. Der renommierte Historiker gilt als einer der profiliertesten deutschen Experten für vergleichende Diktaturforschung und gesellschaftliche Transformation. Seine Berufung ist eine bedeutende Stärkung des Wissenschaftsstandortes Dresden.

1969 in Augsburg geboren, absolvierte Jörg Ganzenmüller ein Studium der Neueren und Neuesten Geschichte, der Osteuropäischen Geschichte sowie der Wissenschaftlichen Politik an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. Seine wissenschaftliche Laufbahn führte ihn über verschiedene Stationen, die seine Expertise im Bereich der vergleichenden Diktatur- und Totalitarismusforschung maßgeblich prägten. Dabei liegt sein Forschungsschwerpunkt im Allgemeinen in der vergleichenden Erforschung der europäischen Diktaturen, wobei er im Besonderen zur Geschichte der nationalsozialistischen Vernichtungspolitik, der Geschichte des Stalinismus und Poststalinismus sowie zur Geschichte der DDR und zur Transformation nach 1989/90 in Ostdeutschland forscht.

Jörg Ganzenmüller wurde 2003 am Lehrstuhl für Neuere und Osteuropäische Geschichte bei Gottfried Schramm mit der Arbeit „Das belagerte Leningrad: Eine Großstadt in der Strategie von Angreifern und Verteidigern“ promoviert. Nach seiner Promotion war er von 2004 bis 2008 und von 2009 bis 2010 als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Osteuropäische Geschichte der Friedrich-Schiller-Universität Jena tätig. In der Zeit von 2008 bis 2009 konnte er aufgrund eines Förderstipendiums am Historischen Kolleg in München zum Thema „Russische Staatsgewalt und polnischer Adel: Elitenintegration und Staatsausbau im Westen des Zarenreiches “ forschen – ein Thema, mit dem er 2010 an der Friedrich-Schiller-Universität Jena habilitiert wurde.

Von 2017 an hatte Prof. Dr. Ganzenmüller die Professur „Europäischer Diktaturenvergleich“ an der Universität Jena inne. Daneben war er zugleich Sprecher des BMBF-Forschungsverbundes „Diktaturerfahrung und Transformation: Biographische Verarbeitungen und gesellschaftliche Repräsentationen in Ostdeutschland seit den 1970er Jahren“ sowie Sprecher des Graduiertenkollegs „Die DDR und die europäischen Diktaturen nach 1945. Soziale Integration und politische Repression in vergleichender und verflechtungsgeschichtlicher Perspektive“.

Darüber hinaus ist Jörg Ganzenmüller Mitglied in zahlreichen Gremien und Fachbeiräten – wie dem Expertengremium zur Gedenkstättenkonzeption des Bundes, dem Fachbeirat „Gesellschaftliche Aufarbeitung“ in der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur oder der Fachkommission der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten. Zudem ist er Sprecher der Arbeitsgemeinschaft Gedenkstätten zur Diktatur in SBZ und DDR.

Von 2014 bis 2025 fungierte er als hauptamtlicher Vorstandsvorsitzender der Stiftung Ettersberg, deren Schwerpunkt die vergleichende Erforschung europäischer Diktaturen ist, denn, so Jörg Ganzenmüller, „wenn wir die Errungenschaften unserer Demokratie verteidigen wollen, müssen wir die Vergangenheit kennen. Wir müssen verstehen, wie Diktaturen entstehen und mit welchen Techniken der Lüge und Ausgrenzung sie funktionieren“.

Viertelporträt von Herrn Ganzenmüller im Anzug vor Bäumen im Hintergrund

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