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Pressemitteilung

„…ein wichtiger Impulsgeber für die zeitgeschichtliche und politikwissenschaftliche Forschung“ – 30 Jahre Hannah-Arendt-Institut für Totalitarismusforschung

Seit 30 Jahren werden am Hannah-Arendt-Institut für Totalitarismusforschung e.V. (HAIT) die Voraussetzungen und Folgen totalitärer Regime und demokratiefeindlicher Bewegungen in Vergangenheit und Gegenwart erforscht. Am Abend des 20. Juni dieses Jahres fand unter großer Beteiligung die Festveranstaltung des HAIT zu seiner Gründung im Jahr 1993 im Dülfersaal in Dresden statt. Der Höhepunkt war der mit Spannung erwartete Vortrag des Berliner Historikers Dr. Ilko-Sascha Kowalczuk zum wissenschaftlichen Streit um die Erinnerung an die DDR.

Seit seiner Gründung sind am HAIT grundlegende Beiträge zum Verständnis des Nationalsozialismus, des SED-Regimes und der Zeit nach 1989 mit einem Fokus auf politischen Extremismus entstanden. Stand dabei zuletzt die Zeitgeschichte Sachsens im Vordergrund, so ist die Forschung heute international angelegt, wobei sich der Blick nicht nur auf das Dreiländereck – Deutschland, Tschechien, Polen – richtet, sondern auch transnationale Perspektiven verfolgt. Die Bedeutung und Qualität der Forschungsarbeit am HAIT wurde 2019 durch eine Evaluierung des Wissenschaftsrats bestätigt. Dabei stellten die international renommierten Expertinnen und Experten dieses Gremiums fest, dass “das Institut ein wichtiger Impulsgeber für die zeitgeschichtliche und politikwissenschaftliche Forschung ist”. Die Forschungsergebnisse werden kontinuierlich in wissenschaftlichen Veranstaltungen, die von Vorträgen über Tagungen bis hin zu Filmreihen reichen, sowie in Fachpublikationen verbreitet.

Dank einer erweiterten Finanzierungsgrundlage aus dem Landeshaushalt wird das HAIT in den kommenden Jahren in der Lage sein, seine Digitalstrategie auszubauen und Methoden der Digital Humanities in sein Forschungsprogramm zu integrieren – „das bedeutet in der Entwicklung eines geisteswissenschaftlichen Instituts fast so etwas wie ein Quantensprung“, so Prof. Thomas Lindenberger, der Direktor des HAIT, in seiner Ansprache zur Begrüßung der Teilnehmenden der Festveranstaltung am 20. Juni.

Das HAIT nimmt das Jubiläum zum Anlass, sich über die vielfältigen von ihm bearbeiteten Themen hinweg Fragen von aktueller politischer Brisanz zu widmen: Inwieweit sind die einstigen Erfahrungen der Menschen in Ost- aber auch Westdeutschland mit einer gelungenen Revolution und der anschließenden Transformation in die gesamtdeutsche Befindlichkeit integriert? Warum greift politischer Extremismus noch immer in jeweils spezifischer Weise auf bestimmte Teile der deutschen Gesellschaft zu? Diese Fragen verbinden die verschiedenen Forschungsfelder am HAIT, denen sich Dr. Ilko-Sascha Kowalczuk in seinem Festvortrag „Aktualität der Vergangenheit? Der immer neue Streit um die DDR- und Kommunismusgeschichte im vereinigten Deutschland“ ebenso wie der Geschichte des Institutes widmete.

30 Jahre HAIT

© HAIT