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In Memoriam Dr. Karel Vodička

In Memoriam Dr. Karel Vodička (*27. 3. 1949 †9. 2. 2021)


Völlig unerwartet erreichte uns die schmerzliche Nachricht vom Tod unseres ehemaligen Wissenschaftlichen Mitarbeiters Dr. Karel Vodička. Das Hannah-Arendt-Institut verdankt ihm wichtige Anregungen auf dem Gebiet der vergleichenden Transformationsforschung. Vor allem seine Expertise zum politischen System der Tschechischen Republik und zur realsozialistischen Systemtransformation in Ostmitteleuropa brachte er gewinnbringend in mehrere Forschungsvorhaben des Instituts ein. Der in Ústi nad Labem Geborene hatte Rechtswissenschaften an der Karls-Universität Prag studiert und nach der Promotion an der Masaryk-Universität in Brno/Brünn gelehrt, bevor der sozialdemokratische Regimegegner 1985 mit seiner Familie in die Bundesrepublik floh. Bald stand die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit den postkommunistischen Systemen im Mittelpunkt seines Wirkens. Er verfasste u.a. ein Standardwerk zum politischen System Tschechiens und gewann den ehemaligen Außenminister Hans-Dietrich Genscher für die Zusammenarbeit an einem Werk über die Prager Botschaftsflüchtlinge. Die kommentierte Dokumentation („Die Prager Botschaftsflüchtlinge. Geschichte und Dokumente“) erschien in den „Berichten und Studien“ des Hannah-Arendt-Instituts (Göttingen 2014). Mit Prof. Günther Heydemann gab er den umfangreichen Band „Vom Ostblock zur EU. Systemtransformationen 1990-2012“ heraus, der in der „blauen Reihe“ des Hannah-Arendt-Instituts (Vandenhoeck & Ruprecht) sowie in einer auflagenstärkeren Edition der Bundeszentrale für politische Bildung erschien (2013). Das Institut wird Dr. Karel Vodička ein ehrendes Andenken bewahren.

© HAIT