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Call for Papers

Jahrestagung 2021 des DVPW-Arbeitskreises „Vergleichende Diktatur- und Extremismusforschung“ in Kooperation mit dem Hannah-Arendt-Institut für Totalitarismusforschung e.V. an der TU Dresden

"Entgrenzt und vernetzt – extremistische Bedrohungen der deutschen Demokratie im Wahljahr"


Ort: digitale Videokonferenz (via Zoom)

Zeit: Donnerstag, 17. Juni 2021 (9 bis 17 Uhr)

Ansprechpartner: Prof. Dr. Tom Mannewitz (Hochschule des Bundes)

PD Dr. Isabelle-Christine Panreck (Hannah-Arendt-Institut für Totalitarismusforschung an der TU Dresden)

Im Jahr 2021 werden die politischen Weichen in Deutschland gestellt. Die Bundestags- und die sechs Landtagswahlen stehen allerdings nicht nur im Zeichen langfristiger Herausforderungen – etwa Klimawandel oder Digitalisierung –, sondern auch in dem der Covid19-Pandemie. Befand sich „2017“ unter dem Eindruck der sog. „Flüchtlingskrise“, dürfte „2021“ als „Corona-Wahljahr“ in die Geschichte eingehen. Das ist umso besorgniserregender, als die Krise Wasser auch auf die Mühlen jener leitete, die der liberalen, konstitutionellen Demokratie ablehnend gegenüberstehen und für eine Politik der gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit stehen. Dabei warnten Verfassungsschutz und Bundeskriminalamt schon früh vor einer extremistischen Unterwanderung der Corona-Proteste.

Die hierbei kultivierten Feindbilder, die Akteure, Verschwörungsmythen und Interaktionen (auch mit politischen Gegenkräften), insgesamt die Entgrenzungen zwischen Zivilgesellschaft und Extremisten, die auf eine gestiegene Anschlussfähigkeit antidemokratischer Narrative hinweisen, bilden den ersten Schwerpunkt der Jahreskonferenz des Arbeitskreises. Der zweite ist die gestiegene, v.a. transnationale Vernetzung extremistischer Szenen im Zuge der Digitalisierung. Chatforen, Gaming-Portale, Messengerdienste und Imageboards, die größere mediale Aufmerksamkeit u.a. im Zuge der Ermittlungen zu den Anschlägen etwa in München, Halle und Hanau erhielten, sind nicht nur genuiner „Versammlungsort“, sondern bilden oftmals auch die Grundlage für die „realweltliche“ Kooperation. Vor diesem Hintergrund sind Beiträge willkommen, die beide Themen – gern auch interdisziplinär – beleuchten.


Panel 1: Covid-19: Gesundheitskrise als Nährboden demokratiefeindlicher Kräfte?

Paper in diesem Pandel befassen sich u. a. mit folgenden Aspekten:

• Rechtsextremistische und rechtspopulistische Parteien und Bewegungen in Zeiten der Pandemie

• Feindbilddenken und Verschwörungsnarrative/-mentalitäten in Krisen, besonders Gesundheitskrisen

• Proteste gegen Maßnahmen der Bundes- und Landesregierungen zur Eindämmung des Infektionsgeschehens und damit verbundene Verbreitung menschenfeindlicher Ideologien

• Verflechtungen zwischen extremistischen und nicht-extremistischen Kräften

• Herausforderungen der politischen Bildung durch die Pandemie im Allgemeinen und die beschriebenen Aspekte im Besonderen

Panel 2: Digitale und/oder internationale Vernetzung demokratiefeindlicher Kräfte

Paper in diesem Panel richten ihr Augenmerk u.a. auf folgende Punkte:

• Digitale Foren und ihre Bedeutung für die Vernetzung transnationaler, extremistischer Bestrebungen, Filterblasen und Echokammern; Messenger-Dienste, Gaming-Portale

• Theoretische Reflexionen zum Ineinandergreifen digitaler und analoger Sphären im Feld Demokratie und Extremismus

• Kommunikationskanäle rechtsextremistischer/rechtspopulistischer Bewegungen und Parteien

Panel 3: Offenes Panel: Innovative Forschungsideen, neue Projekte sowie Early Careers

• Paper in diesem Panel stellen neue Forschungsideen vor, überwinden Fachgrenzen zwischen Politikwissenschaft und angrenzenden Disziplinen und/oder präsentieren vergleichende Länderstudien

Key Note: Christian Fuchs, Autor („Das Netzwerk der Neuen Rechten“) und Journalist (DIE ZEIT) – „InterNAZIonalisierung, Wutbürger-Terrorismus und Telegram – Trends des Extremismus aus Sicht eines Reporters“

Die Veranstalter*innen ermutigen Wissenschaftler*innen in der Qualifizierungsphase sowie insbesondere Kolleginnen ausdrücklich zur Bewerbung. Vorschläge im Umfang von 250-500 Wörtern sind bis zum 30. April 2021 isabelle-christine.panreck@mailbox.tu-dresden.de zu richten. Die Entscheidungen, das Tagungsprogamm und organisatorische Hinweise werden anschließend zeitnah versendet.

Reichtstagsgebäude in Berlin

© Dietmar Rabich