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Herbert Backe – Die Ernährungswirtschaft und die Verbrechen des Nationalsozialismus

Forschungsfeld:Diktaturforschung
Schwerpunkt:Herrschaft und Gesellschaft
Zeitraum:ab 10.2020
Koordination: Anselm Meyer
Bearbeitung: Anselm Meyer

PROJEKTBESCHREIBUNG

Herbert Backe, der „Ernährungsdiktator“ (Dieter Pohl) des „Dritten Reichs“ fristet in der Geschichtswissenschaft immer noch ein Schattendasein. Das Promotionsprojekt verfolgt das Ziel den Agrarwissenschaftler, Staatssekretär und späteren Minister des Reichsministeriums für Ernährung und Landwirtschaft, Herbert Backe als Täter der Verbrechen des Nationalsozialismus in das Zentrum der Analyse zu rücken. Backe nimmt, insbesondere in der zweiten Hälfte des Zweiten Weltkrieges eine seines Ressorts entsprechenden Rolle wie Albert Speer ein. Trotzdem ist ihm noch keine dezidierte Studie gewidmet worden. Auch in der Erinnerung und Aufarbeitung der Massenverbrechen Deutschlands spielt Backe ebenfalls kaum eine Rolle, obwohl er wesentlich zur Eskalation der antisemitischen Vernichtungspolitik beigetragen hat, insbesondere in Bezug auf das Schicksal der Juden im „Generalgouvernement“. Sein Beitrag zur Shoah war eingebettet in Pläne noch viel größeren Ausmaßes, dem „Generalplan Ost“, der deutschen Nachkriegsordnung für die Zeit nach dem “Endsieg”, die eine Kolonisation Osteuropas und Russlands bis zum Ural vorsah.