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Corona-Projekt TP 2: Die Covid-19-Pandemie in Sachsen

Forschungsfeld:Corona-Projekt
Zeitraum:07.2020 - 12.2022
Koordination:PD Dr. habil. Isabelle-Christine Panreck
Bearbeitung: Stefan Brieger, Margarethe Finger, Julia Stolzenberger

PROJEKTBESCHREIBUNG

Das politikwissenschaftliche Teilprojekt blickt auf die Covid-19-Pandemie und ihre politischen Dimensionen in Sachsen sowie angrenzenden Regionen in Polen und Tschechien. Es verfolgt zwei Schwerpunkte:


Schwerpunkt 1: Protest im Zeichen der Covid-19-Pandemie

Seit Frühjahr 2020 entfaltet sich europaweit eine heterogene Protestlandschaft als Reaktion auf die staatlichen Maßnahmen zur Eindämmung der Covid-19-Pandemie. Das Bild der Proteste ist dabei ebenso diffus wie die Motivation der einzelnen Protestunternehmer/-innen. Die gewählten Protestformen reichen von Massenansammlungen bis hin zu Autokorsos. Schwerpunkt des Forschungsvorhabens ist eine Kartographie des sächsischen Protests im internationalen Vergleich, wobei der Ergründung von Zielen, Forderungen und Motivationen der Protestunternehmer/-innen Bedeutung zukommt. Besonderes Augenmerk liegt auf komparativen Betrachtungen der Protestlandschaften in Polen und Tschechien. Angestrebt ist, Parallelen und Unterschiede im Kontext der jeweiligen Ausprägungen der Pandemie als Gesundheitskrise zu erhellen und transnationale Netzwerke aufzuzeigen.


Schwerpunkt 2: Verschwörungstheorien im digitalen und analogen Raum

Verschwörungstheorien scheinen sich im Zuge der Covid-19-Pandemie vermehrt zu verbreiten– vorwiegend im digitalen, aber auch im analogen Raum. Im Mittelpunkt dieses Unterprojektes stehen die Scharnierfunktionen und Feindbildkonstruktionen verschwörungstheoretischer Narrative in einer politischen Ausnahmelage, die von einer existentiellen Herausforderung für die Gesundheit der Menschen bestimmt ist. Komparativ angelegt, nimmt das Projekt den transnationalen Raum im Dreiländer-Eck Deutschland, Polen und Tschechien in den Blick. Diese Untersuchungsanlage ermöglicht es, den Einfluss der differierenden Verregelungen des Politikfeldes „Gesundheit“ im Allgemeinen, die Prägung durch gesundheits- und innenpolitische Maßnahmen im Besonderen und die Wirkung der „Corona-Krise” auf verschwörungstheoretisches Denken zu analysieren. Die Untersuchung beruht auf einem Mix qualitativer und quantitativer Methoden. Die qualitativ-hermeneutische Vorgehensweise zielt auf die Identifikation verschwörungstheoretischer Elemente, besonders antisemitischer, xenophober und rassistischer Topoi, in der digitalen und analogen (massen-)medialen Öffentlichkeit sowie in anonymen Kontexten jenseits öffentlicher Normierung.


Diese Maßnahme wird mitfinanziert mit Steuermitteln auf Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushaltes.

KOOPERATIONEN

Projektpartner Fallstudie Polen: Dr. Piotr Kocyba

Projektpartner Fallstudie Tschechien: Prof. Dr. Miroslav Mareš