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Forschung

Am Hannah-Arendt-Institut für Totalitarismusforschung e. V. an der TU Dresden (HAIT) wird die Geschichte des Nationalsozialismus, des Kommunismus und der Transformation nach 1989 sowie Erscheinungsformen des politischen Extremismus in Geschichte und Gegenwart erforscht. Diese Arbeiten gliedern sich in fünf Forschungsfelder.

  1. Forschungen zur NS-Diktatur,
  2. Forschungen zur Geschichte kommunistischer Diktaturen, insbesondere der SED-Diktatur,
  3. Transformationsforschung in international vergleichender Perspektive,
  4. Theoretische und wissenschaftsgeschichtliche Grundlagen der Diktaturforschung,
  5. Forschungen zum politischen Extremismus.

Im Mittelpunkt der Forschung stehen die politischen, sozialen und kulturellen Entwicklungen während der NS-Diktatur und SED-Diktatur. Untersucht werden ihre politisch-ideologischen Voraussetzungen, ihre organisatorischen Strukturen sowie die konkreten Auswirkungen beider Herrschaftssysteme. Ein besonderer Fokus liegt auf der Analyse von Opposition und Widerstand. Vergleichende Perspektiven auf andere faschistische und staatssozialistische Systeme erweitern das Forschungsprogramm des Instituts, zu dem auch die kritische Auseinandersetzung mit dem politischen Extremismus in Geschichte und Gegenwart zählt. Die zeithistorischen Forschungen des Instituts sind nicht durch das Jahr 1989 begrenzt. Die Nachwirkungen der Diktaturen erfordern vielmehr eine differenzierte Betrachtung im Rahmen der vergleichenden Transformationsforschung bis in die Gegenwart. Die Transformationsforschung untersucht nicht ausschließlich die Systemtransformation von 1989, sondern schließt europäische Transformationsprozesse im gesamten 20. Jahrhundert ein. Damit knüpft dieses Forschungsfeld an die Kernfrage der Totalitarismusforschung nach der Ermöglichung und Überwindung diktatorischer Herrschaft in modernen Gesellschaften an.

Das HAIT widmet sich auch der Erforschung aktueller Herausforderungen und Gefährdungen der Demokratie, sowohl durch autokratische und fundamentalistische Regime, wie auch durch extremistische, rassistische und antisemitische Einstellungen und Bewegungen. Damit versteht sich das HAIT als Schnittstelle zwischen regionalen, nationalen und transnationalen Erfahrungsräumen des Politischen in einer Zeit der notwendig gewordenen Neubestimmung freiheitlich-demokratischer Gesellschaftsentwürfe.

Zentraler Bestandteil der Forschungstätigkeit am HAIT ist zudem die Vermittlung der Forschungsergebnisse an eine breite Öffentlichkeit. Dazu gehört die Zusammenarbeit mit Gedenkstätten und staatlichen wie zivilgesellschaftlichen Trägern der politischen Bildungsarbeit, die Beratung in Fragen der regionalen und überregionalen Zeitgeschichte sowie die Zusammenarbeit mit Lehrerbildungsinstitutionen und Schulen.